Ursache und Wirkung1 · 2 · 3 · weiter »
Es ist allgemein bekannt, dass das Pferd von Natur aus nicht zum Tragen von Lasten geeignet ist und dass es erst lernen muss, unter dem Reitergewicht eine positive Haltung einzunehmen. Dafür muss die Hinterhand ihre ursprüngliche Funktion des Stemmens und Schiebens aufgeben und zum Tragen umgeformt werden. Im Physiologischen Training ist dies unser Ausgangspunkt und ausschließlich an dieser Trag- oder Versammlungsfähigkeit legen wir unseren Ausbildungsmaßstab an. Dabei berücksichtigen wir, dass die Versammlung für fast alle Pferde aufgrund ihrer natürlichen Körperstatik zunächst unmöglich ist.
Entscheidend ist, zu erkennen, dass sich die Versammlungsfähigkeit eines Pferdes nicht durch das wiederholte und möglichst perfekte Reiten von Lektionen erhöht. Und auch der Versuch, durch das erzwungene Reiten in einer bestimmten Haltung die Fähigkeit zu eben dieser Haltung zu erlangen, ist zum Scheitern verurteilt. Beide Herangehensweisen werden das Pferd früher oder später nur negativ verändern.
Statt dessen muss direkt an der Ursache angesetzt werden. Mit dem Physiologischen Training verändern wir die Statik des Pferdes und erarbeiten damit eine Tragfähigkeit, die immer weiter ausgebaut wird. Dafür muss zumeist die Beckenstellung der Pferde optimiert und die Hinterbeinsmechanik verändert werden. Im Verlauf der Ausbildung wird dann durch veränderte Bewegungsabläufe die Wirbelsäule im Körpersystem von hinten nach vorne gestreckt und angehoben. Parallel dazu wird die Tragemuskulatur der Pferde aktiviert und gekräftigt (nicht die Laufmuskulatur). Alle Skelettmuskeln werden gedehnt und mobilisiert und das Pferd wird langsam versammlungsfähig.
Anschließend kann es gesetzt und im Bereich der Vorhand (nicht am Kopf!) relativ aufgerichtet werden kann (-> Schwerpunktverlagerung). Das Ergebnis ist eine Versammlung, die das Pferd gesund und schön erhält.1 · 2 · 3 · weiter »
